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Projekte der Innovationsförderung: FastAR – Neue Paradigmen der Aktivitätserkennung zur Optimierung der Erkennungszeit

Frankfurt am Main, 15.06.2021 – Das Land Hessen und die HOLM GmbH unterstützen seit 2014 im Rahmen der hessischen Innovationsförderung innovative Projekte und Vorhaben im Bereich Logistik und Mobilität. Inzwischen sind zahlreiche Ideen aus Mitteln des Landes und unter der Projektträgerschaft der HOLM GmbH und der HA Hessen Agentur GmbH gefördert und viele Projekte abgeschlossen worden. Die Projekte werden hier in loser Folge vorgestellt.

Heute: FastAR – Neue Paradigmen der Aktivitätserkennung zur Optimierung der Erkennungszeit, ein Projekt der Universität Kassel (Fachgebiet Kommunikationstechnik).

Prof. Dr.-Ing. Klaus David, Leiter Lehrstuhl Kommunikationstechnik an der Universität Kassel, hat unsere Fragen über das Projekt beantwortet.

Wie ist die Idee für das Projekt entstanden?
Das Fachgebiet Kommunikationstechnik arbeitet bereits seit mehreren Jahren an den Themen Aktivitätserkennung und kooperativer Unfallschutz für verletzliche Verkehrsteilnehmer, z. B. Fußgänger und Fahrradfahrer. Für die Realisierung eines Unfallschutzsystems ist es unerlässlich, die gegenwärtige Aktivität eines Fußgängers, also z. B. Stehen, Losgehen oder das Überschreiten einer Bordsteinkante, sowohl zuverlässig als auch zeitgerecht zu erkennen, um bevorstehende Kollisionen mit Fahrzeugen frühzeitig vorhersagen zu können. Der bisherige Fokus der Forschung im Bereich Aktivitätserkennung lag jedoch bislang auf der Optimierung der Erkennungsgenauigkeit und nicht auf der Erkennungsgeschwindigkeit.

Welche Bedeutung hat/hatte die HOLM-Innovationsförderung für das Projekt?
Das HOLM war eine sehr gute Plattform, um die Bearbeitung des Themas zu ermöglichen. Ein Vorteil war der schnelle und effiziente Bearbeitungsprozess des Förderantrages. Durch die regelmäßig stattfindenden und vom HOLM organisierten Hochschul-Jours fixes fand ein fruchtbarer Austausch in der hessischen Forschungslandschaft und darüber hinaus statt. Zudem konnten wir unsere Forschungsansätze vorstellen. Daraufhin wurden Sondierungsgespräche zum Thema Safety mit dem HOLM gestartet.

Welchen Nutzen für Wirtschaft und/oder Wissenschaft/Politik/Gesellschaft sehen Sie für Ihr Projekt?
Das Projekt liefert einen wichtigen Beitrag zur Grundlagenforschung im Bereich der Aktivitätserkennung und künstlichen Intelligenz, welches insbesondere zur weltweiten Vermeidung von Unfällen führen kann. Die Vermeidung von Unfällen hat einen hohen gesellschaftlichen Nutzen.

Was hat Sie am Projekt am meisten überrascht? Über welche Zwischenergebnisse können Sie berichten?
Im Projekt wurden drei für den Unfallschutz relevante Aktivitäten von Fußgängern detailliert untersucht und umfangreiche Mess-Serien durchgeführt. Anschließend wurden die verschiedenen Parameter der Aktivitätserkennung hinsichtlich Erkennungszeit und -genauigkeit untersucht und optimiert. Uns hat überrascht, dass die Komplexität der Optimierungsmöglichkeiten sehr hoch ist und hier noch weiterer Forschungsbedarf besteht.

Wo sehen Sie einen weiteren Forschungs-/Anwendungsbedarf und/oder Einsatzbereich?
Im Projekt FastAR konnten wir wichtige Forschungsergebnisse erarbeiten, auf denen wir sehr gut in weiteren Arbeiten aufbauen können. Insbesondere durch die hohe Anzahl an Optimierungsmöglichkeiten konnten wir eine Vielzahl von Forschungsfragen identifizieren, welche wir in Folgeprojekten gerne weiter vertiefen möchten. Auch haben wir schon umfangreiche Lösungsansätze verifizieren können, welche wir gerne mit Industriepartnern in die Praxis transferieren möchten.

Mit welchen Partnern möchten/wollen Sie das Projekt ggf. fortführen/weiterentwickeln?
Gerne würden wir das Projekt im Bereich Smart City, Safety oder Mobilität mit den HOLM-Partnern, mit OEMs, also (Fahrzeug-)Herstellern, oder Tier-1-Lieferanten fortführen und weiterentwickeln.

Projekte der Innovationsförderung: FastAR – Neue Paradigmen der Aktivitätserkennung zur Optimierung der Erkennungszeit