© 2021 House of Logistics and Mobility (HOLM) GmbH

Projekte der Innovationsförderung: Autonom am Mainkai

Frankfurt am Main, 21.09.2020 – Das Land Hessen und die HOLM GmbH unterstützen seit 2014 im Rahmen der hessischen Innovationsförderung innovative Projekte und Vorhaben im Bereich Logistik und Mobilität. Inzwischen sind zahlreiche Ideen aus Mitteln des Landes und unter der Projektträgerschaft der HOLM GmbH und der HA Hessen Agentur GmbH gefördert und viele Projekte abgeschlossen worden. Die Projekte werden hier in loser Folge vorgestellt.

Heute: „Autonom am Mainkai“, ein Projekt der Frankfurt University of Applied Sciences. Prof. Dr. Petra Schäfer hat unsere Fragen über das Projekt beantwortet.

 

Wie ist die Idee für das Projekt entstanden?

Prof. Dr. Petra Schäfer: Aktuell läuft die digitale Transformation auf Hochtouren und verschafft sich nach und nach Zutritt zu allen Lebensbereichen – so auch zur Mobilität, die ein sehr zentrales Thema der Gesellschaft darstellt. Aus diesem Grund werden seit geraumer Zeit erste Forschungen in diesem Bereich angestellt. Ein sehr präsentes und zukunftsorientiertes Konzept ist das autonome Fahren. Diese Innovation kann und wird die Mobilität elementar verändern. Daher ist es für die Forschung essenziell, sich eine Expertise in diesem Themengebiet anzueignen. Aufgrund der Sperrung des Frankfurter Mainufers entstand bei den Verkehrsgesellschaften in Frankfurt die Idee, dass ein Teil der freien Flächen für einen Pilottest von autonomen Shuttles genutzt werden kann, um erste Erfahrungen mit dem Betrieb dieser Shuttlebusse zu sammeln. Zusätzlich sollten quantitative Nutzer*innenbefragungen durchgeführt werden, um die grundlegende Akzeptanz der Fahrgäste von autonomen Shuttles zu untersuchen.

Welche Bedeutung hat/hatte die HOLM-Innovationsförderung für das Projekt?

Prof. Dr. Petra Schäfer: Die HOLM-Innovationsförderung ermöglicht die Durchführung einer umfassenden Grundlagenforschung. Darüber hinaus kann die Frankfurt University of Applied Sciences – anhand des Praxistests – nutzer- und betriebsbezogene Herausforderungen beim Einsatz von autonomen Kleinbussen identifizieren, die durch die Einzigartigkeit des Projekts besonders bedeutend sind.

Allen voran ist die Förderung notwendig, da das Vorhaben ohne die HOLM-Innovationsförderung  nicht durchführbar ist. An der Frankfurt University of Applied Sciences standen für das Vorhaben keine Mittel zur Verfügung. Die Förderung ist auch notwendig, um die Erkenntnisse aus dem Projekt zum Nutzen einer effizienten kommunalen Verkehrsplanung ausbauen zu können.

Welchen Nutzen für Wirtschaft und/oder Wissenschaft/Politik/Gesellschaft sehen Sie für Ihr Projekt?

Prof. Dr. Petra Schäfer: Unter Berücksichtigung weiterer korrelierender Megatrends, wie dem demographischen Wandel und dem Klimawandel, müssen – auf der Suche nach nachhaltigen und altersunabhängigen Mobilitätsangeboten – neue und vor allem nachhaltige Konzepte entwickelt werden. Durch autonome Shuttles im öffentlichen – nicht im privaten – Bereich können aktuelle Ziele zur Reduktion der CO2-Emissionen, zur Stärkung eines ausgeprägten Bewusstseins für umweltfreundliches Mobilitätsverhalten und zum Wechsel von privater Pkw-Nutzung hin zu ÖPNV-Angeboten forciert werden.

Was hat Sie am Projekt am meisten überrascht?

Prof. Dr. Petra Schäfer: Das Projekt wurde [zum Zeitpunkt der Beantwortung dieser Fragen] noch nicht abgeschlossen. Die bisherigen Zwischenergebnisse der Umfrage zeigen jedoch, dass eine überraschend große Akzeptanz seitens der Fahrgäste besteht und die Fahrgäste der Technik vertrauen.

Wo sehen Sie einen weiteren Forschungs-/Anwendungsbedarf und/oder Einsatzbereich?

Prof. Dr. Petra Schäfer: Innerhalb der Grundlagenforschung und dem Praxistest kristallisiert sich ein weiterer Forschungsbedarf heraus. Dieser bezieht sich auf die Identifikation von geeigneten Standorten für einen sinnvollen Einsatz von autonomen Shuttlebussen.

Mit welchen Partnern möchten/wollen Sie das Projekt ggf. fortführen/weiterentwickeln?

Prof. Dr. Petra Schäfer: Für die Identifikation von geeigneten Standorten ist es notwendig, einige Expert*inneninterviews durchzuführen und diese in eine Simulationssoftware zu übertragen, die validieren kann, ob vorgeschlagene Standorte für die Shuttlebusse geeignet sind. Dafür ist es notwendig mit entsprechenden Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Unternehmen zu kooperieren, die ein entsprechendes Know-how im Umgang mit der Simulationssoftware vorweisen können.

Projekte der Innovationsförderung: Autonom am Mainkai