Sie möchten diese Information von HOLM mit anderen teilen?

Sie möchten diese Information über einen Social Network- oder einen Bookmark-Dienst teilen:

Facebook Twitter AddThis
×

Besuchen Sie uns:



Förderpartner des HOLM


×
Frankfurt am Main , den 10.11.2017

Effiziente und umweltfreundliche Warenlieferung

Green City Logistik hat die "inverse Logistik" für Innenstädte entwickelt


Bei einem Start-up Pitch Mitte Oktober im House of Logistics and Mobility haben sich junge Unternehmen mit ihren Ideen und Konzepten dem Urteil einer Fachjury gestellt. Wir stellen die Start-ups und ihre Geschäftsideen in Kurz-Interviews vor. In diesem Beitrag präsentieren wir Green City Logistik. Auf unsere Fragen hat Ali Özkan (Bild) geantwortet. 
 

Wie sind Sie auf die Idee für Ihr Start-up gekommen?

Ali Özkan: Die Idee hat sich im Grunde aus der Notwendigkeit des Marktes entwickelt.Wir haben uns einfach die Frage gestellt, wie die Waren -und Paketzustellung in der „Letzten Meile“ effizient und umweltfreundlich skalieren kann ohne zusätzliche ökonomische und ökologische Kosten zu produzieren? Es gibt keinen Zweifel darüber, dass das Liefervolumen auf der Letzten Meile, um ein vielfaches steigen wird. Dieses Wachstum mit noch mehr Transportern abfangen zu wollen, wird sowohl ökonomisch als auch ökologisch in die Sackgasse führen. Insbesondere, wenn nun auch einzelne Handelsunternehmen eine eigene Lieferinfrastruktur aufzubauen wollen gar müssen, um gegenüber Wettbewerb aus dem E-Commerce zu bestehen.  Durch einen iterativen Prozess, also durch Workshops mit Logistikunternehmen, mit Kommunen, mit Experten und der Frankfurt University of Applied Sciences und in Zusammenarbeit  mit Prof. Schocke, hat sich dann Idee der inversen Logistik herauskristallisiert.

Was ist der Kernpunkt bei Ihrem Start-up?

Der Kerngedanke ist, dass Pakete, Waren und Güter nicht mehr mit großen Lkws über Verteilzentren in die Städte gebracht werden müssen, sondern dass man für die Zustellung von Waren und Paketen  in der  „letzten Meile“ einen Systemwechsel herbeiführt, so dass man über eine innerstädtische Lieferinfrastruktur, also ohne Einsatz von Transportern, die Waren und Güter aus den bestehenden Filial-Strukturen der Handelsunternehmen heraus in der Stadt zustellen kann. Deshalb heißt es „inverse Logistik“. Das Lieferinfrastruktur wäre ein sogenanntes „shared delivery system“, die von allen Handelsunternehmen und Lieferdienstleistern gleichermassen genutzt werden kann. Somit entfällt der Aufbau der eigenen aufwändigen Lieferinfrastruktur für die innerstädtische Lieferung. Dies würde dazu führen, dass man die Zustellung von Waren und Paketen ganz anders, effizienter und umweltfreundlicher (CO2 frei) Organisieren kann. So, dass die Zustellung „same day, sogar „same hour“, keine Frage der Kosten mehr sein wird, sondern eher die Frage der logistischen Organisation. Solch ein System würde den lokalen Handel stärken sowie den Filialisten einen Wettbewerbsvorteil gegenüber dem reinen Online-Händlern bieten. Multi-Channel würde eine ganz andere Qualität erfahren, aber auch der Bäcker könnte in seinem Stadtteil seine Brötchen liefern lassen. und ein lokaler E-Commerce Markt würde entstehen und perspektivisch, die Zustellung mit Drohnen, autonomen Lieferrobortern logistisch ein Kinderspiel.

Was war die bislang größte Hürde, die Sie nehmen mussten?

Die größte Hürde war im Grunde, die bestehenden Unternehmen mitzunehmen, zu überzeugen, weil ihr System ganz anders funktioniert. Die zweite Herausforderung sind die Kommunen, weil wir eine enge und flexible  Zusammenarbeit benötigen, um solche ein Angebot aufbauen zu können. Für unser Konzept brauchen wir Stellflächen, über die wir die Logistik mit Hilfe eines komplementären  Systems, bestehend aus einem intelligenten Microdepot und einem speziellen E-lastenbike. Und das scheint das größte Problem aktuell zu sein.

Was hat Sie bei Ihrem Projekt am meisten überrascht?

Das Projekt ist im Grunde aus einer verrückten Idee entstanden. Wir haben gesagt, wir denken uns einfach mal die Transporter weg und entwerfen ein umweltfreundliches Logistik-Konzept für die „letzte Mile“ . Damit sind  wir dann nach draußen gegangen und waren überrascht, welches positive Feedback wir bekommen haben. Das gilt auch für die Stadt Frankfurt, wo wir auch für unsere Idee ausgezeichnet worden sind. Auch bei anderen Unternehmen findet das Konzept eine gewisse Akzeptanz, da wird  Zukunftspotenzial gesehen. Das hat mich schon sehr positiv überrascht.

Mit welchem Angebot oder mit welchen Services würden Sie die Start-up-Förderung verbessern wollen?

Dass man den Start-ups einen Weg aufzeigt, wie sie an die Finanzierung kommen. Unser größtes Problem, Investoren zu finden. Dass man Start-ups darin unterstützt, Fördermittel zu bekommen und Investoren gewinnen zu können. Wir  wollen jetzt den Prototypen bauen und dafür benötigen wir einfach Geld und sind auf der Suche nach Inevstoren, gerne auch aus der Logistik- Branche. Gut wäre, wenn man die Start-ups so unterstützt, dass sie so schnell wie möglich ihre Finanzmittel bekommen.

Interview: Jürgen Schultheis

Pressekontakt:


Jürgen Schultheis

House of Logistics & Mobility (HOLM) GmbH
Geschäftsbereich Netzwerk & Kollaboration
Bessie-Coleman Straße 7
Gateway Gardens
60549 Frankfurt am Main

Tel.: + 49 69 / 240070-556

E-Mail: juergen.schultheis@frankfurt-holm.de

Web: www.frankfurt-holm.de