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Frankfurt am Main , den 27.02.2018

Projekte der Innovationsförderung (7): Trans Verl: Analyse von Transportplanverletzungen im Luftfrachthandling

Ein Projekt der TU Darmstadt


Das Land Hessen und die HOLM GmbH unterstützen seit 2014 im Rahmen der hessischen Innovationsförderung innovative Projekte und Vorhaben im Bereich Logistik und Mobilität. Inzwischen sind zahlreiche Ideen aus Mitteln des Landes und unter der Projektträgerschaft der HOLM GmbH und der HA Hessen Agentur GmbH gefördert und viele Projekte abgeschlossen worden. In den nächsten Monaten werden wir in loser Folge die Projekte vorstellen.

Heute präsentieren wir das Projekt "Trans Verl: Analyse von Transportplanverletzungen im Luftfrachthandling“. In diesem Projekt analysiert das Fachgebiet Multimodalität und Logistiktechnologien der TU Darmstadt in Kooperation mit der Lufthansa Cargo AG die Treiber von Transportplanverletzungen (TPV), um die Prozessischerheit zu erhöhen.

Unsere ergänzenden Fragen zum Projekt hat Jun.-Prof. Dr. Anne Lange (Bild: Jan Ehlers), Professorin für Multimodalität und Logistiktechnologien an der TU Darmstadt beantwortet. Link zum Projekt.

Wie ist die Idee für das Projekt entstanden?

Transportplanverletzungen bezeichnen negative Abweichungen in den geplanten Prozessen einer Luftfrachtsendung, also beispielsweise, dass eine Sendung auf einem anderen Flug transportiert wird als ursprünglich geplant. In vielen Fällen wirken sich Transportplanverletzungen negativ auf die vom Kunden wahrgenommene Transportzeit aus. Ein Teil der Transportplanverletzungen tritt im Hub in Frankfurt auf. Die Gründe für die Transportplanverletzungen sind nicht unbedingt direkt zu erkennen. Wir hatten diesen Themenbereich zunächst offen diskutiert und schnell festgestellt, dass TU Darmstadt und Lufthansa Cargo für beide Seiten gewinnbringend zusammenarbeiten können.

Welche Bedeutung hat/hatte die HOLM-Innovationsförderung für das Projekt?

Die HOLM-Innovationsförderung hat uns dabei unterstützt, uns gemeinsam den Transportplanverletzungen zu widmen. Wir konnten umfangreiche Daten austauschen und analysieren. Zusammen haben wir Hypothesen entwickelt und getestet. Die Kooperation zwischen der TU Darmstadt und dem Hub Development Team der Lufthansa Cargo Frankfurt wurde durch die Förderung ganz deutlich vereinfacht.

Welchen Nutzen für Wirtschaft und/oder Wissenschaft / Politik / Gesellschaft sehen Sie für Ihr Projekt?

Im Projekt haben wir gelernt, welche Aspekte sich auf die Durchlaufzeiten von Luftfrachtsendungen durch das Hub und die Transportplanverletzungen auswirken. Mit diesem Wissen ist es möglich, diese Aspekte gezielt in der Planung zu adressieren und entsprechend so zu verändern, dass Durchlaufzeiten reduziert und Transportplanverletzungen vermieden werden können. Beides ist vorteilhaft für die Wettbewerbsfähigkeit des Luftfrachtstandortes Frankfurt am Main. Um im globalen Wettbewerb weiterhin zu bestehen, sind effiziente Prozesse notwendig – gerade weil das Nachtflugverbot am Flughafen Frankfurt eine zusätzliche Herausforderung für die Durchführung der Transporte darstellt.

Was hat Sie am Projekt am meisten überrascht?

In der Bearbeitung des Projektes waren wir immer wieder beeindruckt von der Vielfalt der notwendigen Handlingprozesse im Hub. Wir sind mit Hypothesen in das Projekt gestartet, welche Faktoren Einfluss auf die Transportplanverletzungen haben sollten. In der gesamten Datenanalyse waren wir dann aber doch überrascht, dass zunächst plausibel erscheinende Faktoren über alle Daten hinweg kaum Einfluss hatten. Beispielsweise ist das Gewicht einer Sendung zu nennen. Wir hatten zunächst erwartet, dass besonders leichte oder besonders schwere Sendungen häufiger Transportplanverletzungen aufweisen würden. Diesen Effekt konnten wir aber über die Gesamtheit der Daten nicht nachweisen. Umgekehrt treten Transportplanverletzungen überraschend deutlich an bestimmten Wochentagen auf. Somit konnten wir im Projekt über das Expertenwissen hinaus zusätzliche Einblicke generieren.

Wo sehen weiteren Forschungs-/Anwendungsbedarf und/oder Einsatzbereich?

Weiterer Forschungsbedarf besteht in der Betrachtung des Effektes des Nachtflugverbotes am Flughafen Frankfurt. Wir haben festgestellt, dass zwei Effekte in der Auswertung der Daten stark verwoben sind. Die Zeit bis zum nächsten Anschlussflug wirkt auf die Verweildauer im Hub. Dies kann das Resultat des Nachtflugverbotes sein, aber auch nachfragebedingt aus den Flugplänen resultieren.

Außerdem möchten wir gerne ähnliche Datenanalysen in Umschlagterminals anderer Transportmodi durchführen um unsere Ergebnisse daran zu spiegeln und insgesamt mehr über die Facetten effektiver Umschlagsaktivitäten im Transport zu lernen.

Mit welchen Partnern möchten/wollen Sie das Projekt fortführen/weiter entwickeln?

Es ist sicherlich ein konsequenter nächster Schritt, die gesamte Luftfrachtkette, über das Hub hinaus zu betrachten. Schließlich ist der Hub-Betrieb zwar ein relevanter Teil des gesamten Transportes, aber der vom Kunden wahrgenommene Transportservice und dessen Termintreue ergibt sich aus der Summer der gesamten Aktivitäten der Luftfrachtkette. Dies könnte in der Zusammenarbeit eines Konsortiums von Luftfrachtakteuren geschehen. Wünschenswerte Partner sind insbesondere Logistikdienstleister bzw. Luftfrachtspediteure und Ground Handler.

Pressekontakt:


Jürgen Schultheis

House of Logistics & Mobility (HOLM) GmbH
Geschäftsbereich Netzwerk & Kollaboration
Bessie-Coleman Straße 7
Gateway Gardens
60549 Frankfurt am Main

Tel.: + 49 69 / 240070-556

E-Mail: juergen.schultheis@frankfurt-holm.de

Web: www.frankfurt-holm.de