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Frankfurt am Main, den 02.12.2019

Projekte der Innovationsförderung (15): EWV-FRM: Emissionsarme Wirtschaftsverkehre in FrankfurtRheinMain

Das Land Hessen und die HOLM GmbH unterstützen seit 2014 im Rahmen der hessischen Innovationsförderung innovative Projekte und Vorhaben im Bereich Logistik und Mobilität. Inzwischen sind zahlreiche Ideen aus Mitteln des Landes und unter der Projektträgerschaft der HOLM GmbH und der HA Hessen Agentur GmbH gefördert und viele Projekte abgeschlossen worden. Die Projekte werden hier in loser Folge vorgestellt.

Heute präsentieren wir das Projekt „EWV-FRM: Emissionsarme Wirtschaftsverkehre in FrankfurtRheinMain“ der Frankfurt University of Applied Sciences und ihrer Projektpartner. Dazu hat Prof. Dr. Kai-Oliver Schocke von der FRA-UAS unsere Fragen beantwortet.

 

Wie ist die Idee für das Projekt entstanden?
Das Projekt Wirtschaftsverkehre 3 ist aus den wissenschaftlichen Erkenntnissen einer Abfolge von Projekten zur Analyse der Belieferungsstrategien und -konzepten der letzten Meile in Frankfurt entstanden, die bei den KEP-Dienstleistern zu neuen Ansätzen der Stadtbelieferung führten. Die Umsetzung und Erweiterung der neuen Belieferungsansätze erfolgt in Wirtschaftsverkehre 3 im Verbund mit der HOLM GmbH und den assoziierten IHKs der Städte Frankfurt, Offenbach und Darmstadt. Die IHKs als Vertreterinnen der gewerblichen Wirtschaft berücksichtigen mit ihrem verkehrsspezifischen Know-how und Wissen die Belange der Verkehrswirtschaft bei der Umsetzung der Pilotmaßnahmen im beantragten Projekt. Die IHKs sind an der Strategieentwicklung und Ergebniskontrolle im Projekt beteiligt.

Welche Bedeutung hat/hatte die HOLM-Innovationsförderung für das Projekt?
Die HOLM GmbH als das Entwicklungs- und Konferenzzentrum mit Fokus auf Logistik, Mobilität und Verkehr in Hessen arbeitet an den Zukunftsthemen in den sieben Handlungsfeldern aus der Forschungsagenda. Das Projekt nimmt konkreten Bezug auf die HOLM-Handlungsfelder der Zukunft „Urbane Logistik & Mobilität“ mit dem Thema zu urbanen Wirtschaftsverkehren und „Energie & Klimawandel“ mit alternativen Antriebstechnologien und bearbeitet damit zwei innovative Themenbereiche im Rahmen der Forschungsagenda. 

Als Verbundpartner koordiniert die HOLM GmbH das Projekt Wirtschaftsverkehre 3 und stellt die Vernetzung sowie die inhaltliche Projektentwicklung in enger Abstimmung mit der FRA UAS her. Gemeinsam mit den assoziierten IHKs und Umsetzungspartnern aus der Wirtschaft werden bestehende Verfahren in Lieferverkehren im Sinne industrieller Forschung hinterfragt und innovative Maßnahmen zur Optimierung dieser Wirtschaftsverkehre in der Metropolregion erarbeitet, umgesetzt und bewertet.

Welchen Nutzen für Wirtschaft und/oder Wissenschaft / Politik / Gesellschaft sehen Sie für Ihr Projekt?
Konkrete Ergebnisse des Projekts sind umgesetzte Maßnahmen zur Optimierung des Wirtschaftsverkehrs in der Metropolregion FrankfurtRheinMain sowie die Bewertung dieser hinsichtlich Emissionsreduktion, Funktionalität und Effizienzsteigerung. 

Mit dem Projekt können grundlegende Erkenntnisse zu den Verkehrsbedürfnissen von Städten unterschiedlicher Größe, Struktur und verkehrsbedingten Gegebenheiten, wie Umweltzone, LKW-Durchfahrverbot, Parkplatzsituation, Lieferverkehr, Einzelhandel etc. gewonnen werden. Diese Faktoren werden in der Projektdiskussion stadtteilbezogen erörtert, um die Maßnahmen zu entwickeln. 

Auch sollen gesellschaftliche Aspekte berücksichtigt werden, z. B. wie sich Mikrodepotkonzepte mit elektromobiler Auslieferung verträglich in das Stadtbild integrieren lassen und welche Designs in Frage kommen. Dies soll die Akzeptanz gegenüber diesen elektromobilen Lösungen fördern.

Des Weiteren sollen die laufenden Projekte aus den Landkreisen und Städten der gesamten Metropolregionen mit in die Projektentwicklung einbezogen werden. Dies gewährleistet, dass sich die Pilotmaßnahmen nicht ausschließlich auf Großstädte beziehen, sondern mit Anpassungen auch auf kleinere Städte übertragbar sind.

Was hat Sie am Projekt am meisten überrascht?
Sowohl die hohe Bereitschaft der Unternehmen neue innovative Konzepte einzusetzen als auch die hohe Teilnehmerzahl an der im Rahmen des Projektes veranstalteten LastMileLogistics Conference zeigen das große Interesse an dem Forschungsprojekt, wie auch an dem Thema der Innenstadtbelieferung. Dies bietet die Chance in diesem hoch aktuellen Themengebiet viel in Bewegung setzen zu können.

Wo sehen Sie weiteren Forschungs-/Anwendungsbedarf und/oder Einsatzbereich?
Der Forschungsschwerpunkt „Mobilität und Logistik“ ist ein lang etablierter Forschungsschwerpunkt. Gegenstand des Schwerpunkts ist die Erforschung technischer, sozialer, ökonomischer und demografischer Herausforderungen und Potentiale bestehender und neuer Formen von Mobilität und Logistik. Forschungsfelder sind dabei unter anderem E-Mobilität, (Urbane) Logistik, Luftverkehrsmanagement und Energieeffizienz. Der Forschungsschwerpunkt ist der drittmittelstärkste Bereich der FRA-UAS.

Der kontinuierliche Austausch mit anderen hessischen, bundesdeutschen und europäischen Städten zu deren Projekten über die HOLM Plattform stellt den Transfer von Ergebnissen sicher. Weiterer Austausch mit anderen Städten der Metropolregion zu Wirtschaftsverkehren ist angestoßen. Das Ziel ist es weiterhin, Innenstädte der Metropolregion als Testfeld für innovative Lösungen zum Projektthema zu etablieren. Ein spannendes weiteres Forschungsfeld ist die Integration des ÖPNV in die Innenstadtbelieferung. Das Forschungsprojekt „LastMileTram“ hat im vergangenen Jahr einen ersten Schritt in diese Richtung getan und untersucht ein Konzept zur Belieferung der Stadt Frankfurt am Main mithilfe der Tram. 

Mit welchen Partnern möchten/wollen Sie das Projekt fortführen/weiterentwickeln?
Insbesondere soll der Austausch mit der Landeshauptstadt Wiesbaden zu deren Maßnahmen erfolgen. Weiterer Austausch mit anderen europäischen Städten kann innovative Lösungen nach Hessen transferieren. Die HOLM GmbH ist im Austausch mit anderen europäischen Städten (z. B. Wien, Paris, London, Oslo, Madrid), die erfolgreich Projekte zur Optimierung von Wirtschaftsverkehren an der Schnittstelle zu Elektromobilität und emissionsarmer Belieferung umsetzen. Die FRA UAS ist ebenfalls über das Netzwerk U!REKA mit verschiedenen europäischen Städten (z. B. Amsterdam, Gent, Helsinki, Oslo, Edinburgh) in Kontakt, die auch diverse Projekte über die Innenstadtbelieferung und City Logistics allgemein durchführen. Durch das neu gegründete Research Lab for Urban Transport (ReLUT) hat die FRA UAS die Möglichkeit im Forschungsschwerpunkt Logistik und Mobilität auch Forschungsprojekte auf einer europäischen Ebene zu bearbeiten.