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Frankfurt am Main, den 26.09.2019

Projekte der Innovationsförderung (14): Simulationsbasierte Analyse eines belastungsorientierten Fahrverbots in Darmstadt

Das Land Hessen und die HOLM GmbH unterstützen seit 2014 im Rahmen der hessischen Innovationsförderung innovative Projekte und Vorhaben im Bereich Logistik und Mobilität. Inzwischen sind zahlreiche Ideen aus Mitteln des Landes und unter der Projektträgerschaft der HOLM GmbH und der HA Hessen Agentur GmbH gefördert und viele Projekte abgeschlossen worden. Die Projekte werden hier in loser Folge vorgestellt.

Heute präsentieren wir das Projekt „Simulationsbasierte Analyse eines belastungsorientierten Fahrverbots in Darmstadt“ der TU Darmstadt und ihrer Projektpartner. Dazu hat Prof. Dr. Ralf Elbert von der TU Darmstadt unsere Fragen beantwortet.

Wie ist die Idee für das Projekt entstanden?
Bereits 2016 wurde an der TU Darmstadt eine Studie zur qualitativen Erfassung der Auswirkungen ausgewählter Verkehrsmaßnahmen auf Unternehmen durchgeführt. Dabei wurde im Rahmen einer Unternehmensbefragung deutlich, dass viele Unternehmen aus der Region um Darmstadt besonders durch das Lkw-Durchfahrtsverbot in Darmstadt betroffen sind. In Zusammenarbeit mit der IHK Darmstadt Rhein Main Neckar, Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main sowie der Stadt Darmstadt und dem Landkreis Darmstadt-Dieburg ist dann daraus die Idee  entstanden, alternative Steuerungsmechanismen für ein Lkw-Durchfahrtsverbot anhand eines Simulationsmodells zu erforschen. Zudem hat die Betrachtung der bisherigen Forschung gezeigt, dass Lkw-Durchfahrtsverbote zwar generell Auswirkungen auf Unternehmen haben, nicht jedoch wie diese sich konkret äußern, und wie die Unternehmen hierauf reagieren.

Welche Bedeutung hat/hatte die HOLM-Innovationsförderung für das Projekt?
Ohne die finanzielle Unterstützung durch die HOLM-Innovationsförderung wäre das Projekt aufgrund seines Grundlagencharakters nur schwierig umsetzbar gewesen. Darüber hinaus bietet das HOLM eine ideale Plattform zur Vernetzung mit lokalen und regionalen Partnern.

Welchen Nutzen für Wirtschaft und/oder Wissenschaft/Politik/Gesellschaft sehen Sie für Ihr Projekt?
Durch das Projekt wurde zunächst einmal deutlich, welche Auswirkungen sich im Detail aus dem bestehenden Lkw-Durchfahrtsverbot für Unternehmen aus verschiedenen Branchen ergeben, sodass für die Wissenschaft als auch Politik die Kenntnisse über die Wirkzusammenhänge zwischen Verbot und Unternehmen erweitert werden konnten. Zum anderen erlaubt das Projekt die Potenziale und Effekte verschiedener Durchfahrtsverbotsszenarien auf die einzelnen Akteure im urbanen Umfeld besser zu verstehen und somit Handlungsempfehlungen für die zukünftige Ausgestaltung von Lkw-Durchfahrtsverboten abzuleiten.

Was hat Sie am Projekt am meisten überrascht?
Beim Projekt hat uns zunächst überrascht, dass obwohl das Thema Verkehrsmaßnahmen ein etabliertes Forschungsfeld im Bereich der Transportlogistik ist und Lkw-Durchfahrtsverbote in mehreren Städten bestehen, kaum wissenschaftliche Veröffentlichungen im Hinblick auf die wirtschaftlichen und logistikbezogenen Aspekte von Lkw-Durchfahrtsverboten existieren. Darüber hinaus waren wir auch erstaunt, wie unterschiedlich sich das Verbot in Darmstadt auf Unternehmen auswirkt. Beispielsweise hängt dies u. a. von der Verteilung der Kunden, Anzahl und Art der zu disponierenden Fahrzeuge bzw. Kundenaufträge ab.

Wo sehen Sie weiteren Forschungs-/Anwendungsbedarf und/oder Einsatzbereich?
Zukünftigen Forschungsbedarf sehen wir vor allem in der weiteren Erforschung der Auswirkungen von verkehrsbeschränkenden Maßnahmen auf Unternehmen und deren Logistikprozesse. Hierbei könnte insbesondere untersucht werden, wie sich das Kosten-Nutzen-Verhältnis von nachhaltigen urbanen Logistikkonzepten, welche bisher oftmals nicht wirtschaftlich waren, verändern würde.

Mit welchen Partnern möchten/wollen Sie das Projekt fortführen/weiter entwickeln?
In Zukunft werden wir unsere Forschung an der Schnittstelle zwischen (urbaner) Logistik und Verkehrsmaßnahmen in Städten weiter fortführen. Schließlich ist eine gesamtheitliche Betrachtung, die sowohl ökologische als auch wirtschaftliche Faktoren berücksichtigt, essenziell für die Ausgestaltung von Logistikaktivitäten in urbanen Räumen. Darüber hinaus forschen wir weiter an Lösungen für die urbane Logistik, wie beispielsweise Konsolidierungskonzepten oder der Einbindung des Schienengüterverkehrs in urbane Logistikkonzepte.