Sie möchten diese Information von HOLM mit anderen teilen?

Sie möchten diese Information über einen Social Network- oder einen Bookmark-Dienst teilen:

Facebook Twitter AddThis
×

Besuchen Sie uns:



Förderpartner des HOLM


×
Frankfurt am Main , den 23.10.2017

Projekte der Innovationsförderung (1): Nahmobilität für Migranten als Bestandteil einer erfolgreichen Integrationsstrategie

Das Projekt des Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML)


Das Land Hessen und die HOLM GmbH unterstützen seit 2014 im Rahmen der hessischen Innovationsförderung innovative Projekte und Vorhaben im Bereich Logistik und Mobilität. Inzwischen sind zahlreiche Ideen aus Mitteln des Landes und unter der Projektträgerschaft der HOLM GmbH und der HA Hessen Agentur GmbH gefördert und viele Projekte abgeschlossen worden. In den nächsten Monaten werden wir in loser Folge die Projekte vorstellen. Heute präsentieren wir das Projekt "Nahmobilität für Migranten als Bestandteil einer erfolgreichen Integrationsstrategie". Der Ansatz: Die Integration von Migranten stellt Städte, Kommunen und Länder vor neue Herausforderungen. Um die soziale Teilhabe von Migranten zu ermöglichen, bedarf es effektiver Integrationsstrategien. Neben dem Erlernen der Sprache stellt eine selbstständige und flexible Mobilität einen zentralen Bestandteil dar, um alltägliche Wegeziele zu erreichen. Trotz der vielen Angebote u.a. im Bereich des ÖPNVs oder des Fahrrads werden die Angebote nicht immer wahrgenommen.

Unsere ergänzenden Fragen zum Projekt hat Isabella Geis vom Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML) beantwortet. Link zum Projekt.

Wie ist die Idee für das Projekt entstanden?

Der plötzliche Anstieg an Asylbewerbern insbesondere in den Jahren 2015 und 2016 stellte Städte, Kommunen, Gemeinden und Länder vor große Herausforderungen. Erste Untersuchungen zeigten bereits, dass sich das Mobilitätsverhalten von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund unterscheidet, z.B. aufgrund unterschiedlicher Mobilitätsvoraussetzungen, wie Führerscheinbesitz, oder aufgrund von Sprachbarrieren oder fehlender Routinen für das Zurücklegen bestimmter Wege. Dennoch steht die Forschung mit ihren Daten und Erkenntnissen zur Mobilität von Migranten noch am Anfang. Mit unserem Projekt wollen wir diese Lücke schließen, eine erste Datenbasis erheben sowie Handlungsempfehlungen aufgrund der neuen Erkenntnisse ableiten.

Welche Bedeutung hat/hatte die HOLM-Innovationsförderung für das Projekt?

Die HOLM-Innovationsförderung hat es uns ermöglicht, mit einem regionalen Konsortium in die Grundlagenforschung zum Mobilitätsverhalten von Migranten einzusteigen. So konnten wir in Workshops und Expertengesprächen sowie durch die Befragung von Migranten verschiedene Perspektiven kennenlernen und zusammenzubringen.

Welchen Nutzen für Wirtschaft und/oder Wissenschaft / Politik / Gesellschaft sehen Sie für Ihr Projekt?

Wir wissen nun, wodurch sich Mobilitätsverhalten von Migranten in der ersten Phase ihrer Ankunft auszeichnet und welche Mobilitätsangebote sie nutzen beziehungsweise welche Schwierigkeiten sie dabei haben. Darauf aufbauend konnten wir strategische Ziele und Maßnahmen ableiten, die den verschiedenen Akteuren aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft Handlungsansätze aufzeigen, die die Zusammenarbeit der Akteure stärken können. So wird ein organisiertes Zusammenarbeiten ermöglicht und nicht nur die Mobilität von Migranten, sondern auch die der Bevölkerung im Allgemeinen verbessert. Das Projekt erweitert den aktuellen Stand der Wissenschaft, indem es erstmals eine Datenbasis zum Mobilitätsverhalten von Migranten liefert. Gleichzeitig werden wichtige Erkenntnisse zu den Möglichkeiten der Datenerhebung, insbesondere der Einbindung von Migranten durch Befragungen, gesammelt.

Was hat Sie am Projekt am meisten überrascht?

Überrascht hat uns vor allem die doch sehr große Informations- und Kommunikationslücke zwischen Städten/Gemeinden/Verkehrsbetrieben und Migranten. Es gibt eine Vielzahl an Angeboten für Migranten, die aber häufig nicht in Anspruch genommen werden, da sie von den Migranten häufig nicht verstanden oder gar nicht gesehen werden. Auf der Seite der Städte, Gemeinden, Verkehrsbetriebe und Ehrenamtlichen in der Flüchtlingsarbeit fehlt es in der Regel an Ressourcen, um ein bedarfsorientiertes Angebot zu erstellen, das Synergien zwischen der Mobilitätsnachfrage von Migranten und Nicht-Migranten schafft.

Wo sehen Sie  weiteren Forschungs-/Anwendungsbedarf und/oder Einsatzbereich?

Das Projekt leistet einen Beitrag, um eine selbstständige und flexible Mobilität als Grundlage zur sozialen Teilhabe zu ermöglichen und die Wichtigkeit von Mobilität für eine gelungene Integration anzuerkennen. Durch die Datenerhebung und den Aufbau des themenbezogenen Netzwerks zwischen Verkehrsverbund, Städten, Gemeinden und Ehrenamtlichen im Rhein-Main-Gebiet konnten wir eine gute Basis schaffen. Nun gilt es, die abgeleiteten Strategien den jeweiligen Aufgabenträgern näher zu bringen und die Umsetzung im Detail zu klären. Dafür müssen zunächst die notwendigen finanziellen und personellen Ressourcen identifiziert werden. Im nächsten Schritt sollten die Übertragbarkeit auf andere Regionen  überprüft und weitere Akteure sowohl regional wie überregional einbezogen werden.

Mit welchen Partnern möchten/wollen Sie das Projekt fortführen/weiter entwickeln?

Das Projekt wurde zusammen mit dem Rhein Main Verkehrsverbund, Asyl Alsbach-Hähnlein e.V., der Stadtverwaltung Oberursel (Taunus) sowie der Landeshauptstadt Wiesbaden (vertreten durch das Amt für Soziales im Verbund mit dem Amt für Grundsicherung und Flüchtlinge) als assoziierte Partner durchgeführt und durch die House of Logistics and Mobility GmbH (HOLM GmbH) unterstützt. Darüber hinaus bekamen wir durch das Kommunikations-Netzwerk der ivm GmbH einen weiteren Zugang für unsere Datenerhebung. Dieses Partnernetzwerk hat sich als sehr erfolgreich erwiesen und soll weiter gepflegt werden. Um den Fokus zukünftig breiter und auch überregional anzusetzen werden sicher noch weitere Akteure hinzukommen.

Kontakt:

Isabella Geis, M.A., Projektleitung Mobilität

Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik
Center für Logistik und Mobilität
Bessie-Coleman-Straße 7
60549 Frankfurt am Main

Mobil: 01522 1590796

Tel.: 069 / 668 118 302

Fax: 069/ 668 118 11 302

Email: isabella.geis@iml.fraunhofer.de

Web: http://www.iml.fraunhofer.de und http://www.iml.fraunhofer.de/mobility_frankfurt

Pressekontakt:


Jürgen Schultheis

House of Logistics & Mobility (HOLM) GmbH
Geschäftsbereich Netzwerk & Kollaboration
Bessie-Coleman Straße 7
Gateway Gardens
60549 Frankfurt am Main

Tel.: + 49 69 / 240070-556

E-Mail: juergen.schultheis@frankfurt-holm.de

Web: www.frankfurt-holm.de