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Frankfurt am Main , den 24.04.2018

Projekte der Innovationsförderung (8): Plattform für Open und Private Data im Energie- und Mobilitätssektor

PODIEUM - Ein Projekt der Hochschule Fresenius


Das Land Hessen und die HOLM GmbH unterstützen seit 2014 im Rahmen der hessischen Innovationsförderung innovative Projekte und Vorhaben im Bereich Logistik und Mobilität. Inzwischen sind zahlreiche Ideen aus Mitteln des Landes und unter der Projektträgerschaft der HOLM GmbH und der HA Hessen Agentur GmbH gefördert und viele Projekte abgeschlossen worden. In den nächsten Monaten werden wir in loser Folge die Projekte vorstellen.

Heute präsentieren wir das Projekt "PODIEUM rhein-main – Plattform für Open und Private Data im Energie- und Mobilitätssektor“ der Hochschule Fresenius.

Unsere ergänzenden Fragen zum Projekt hat Prof. Dr. Jens Strüker (Bild: Hochschule Fresenius) beantwortet, Professor am Fachbereich Wirtschaft & Medien an der Hochschule Fresenius und u.a. Geschäftsführer des Instituts für Energiewirtschaft (INEWI).

Wie ist die Idee für das Projekt entstanden?

Im Rahmen unserer Forschungs- und Lehraktivitäten tauschen wir uns seit Jahren mit Unternehmen aus der Energie-, Logistik- und Mobilitätsbranche aus. Es zeichnet sich dabei ein klarer Trend ab: Im Zuge der Dynamisierung des Mobilitätssektors, der Optimierung von Logistikprozessen sowie der Dezentralisierung der Energieversorgung steigt das zu verarbeitende Datenvolumen rasant. Auffallend ist dabei, dass für lokale Problemlösungen häufig lokale Daten fehlen. Unternehmen haben keine Anlaufstelle, um ihren Bedarf nach Daten zu befriedigen und ebenso ihr Angebot an Daten zu veröffentlichen.

Dies gilt für einzelne wie auch industrieübergreifende Bereiche und lässt sich schön am Beispiel von „Smart Cities“ veranschaulichen. Abgesehen von einem rechtlich und technisch lange vorbereiteten Datenaustausch zwischen bekannten Partnern findet in Smart City Projekten in der Regel kein spontaner Datenaustausch statt, erst recht nicht nach Ende des Förderprojekts. Hinzu kommt, dass Bereitsteller von Daten kaum Möglichkeiten haben, diese skalierbar zu monetarisieren. Um die richtigen Daten zu sichern, diese zu veredeln und ggf. bereitzustellen, um einen ökonomischen oder sozialen Mehrwert zu erzeugen, bedarf es eines Koordinationsinstruments, welches zwischen den verschiedenen Organisationen vermittelt. Mit unserem Projekt erarbeiten wir die notwendigen funktionalen Eigenschaften für ein solches Koordinationsinstrument.

Welche Bedeutung hat/hatte die HOLM-Innovationsförderung für das Projekt?

Nach Erfahrungen in nationalen und europäischen Forschungsprojekten haben wir mit den beteiligten Projektpartnern explizit ein Forum gesucht, in dem wir die regionalen Ausgestaltungsmöglichkeiten einer Datenplattform erörtern und regional relevantes Know-how erarbeiten können. In der HOLM-Innovationsförderung haben wir ein solches Vehikel gefunden. Am HOLM können wir mit lokalen und regionalen Partnern an einem Ort Workshops und bilaterale Arbeitstreffen abhalten. International tätige Konzerne ebenso wie Start-ups und Wissenschaft an einem Ort zielgerichtet zusammenzubringen, dies macht aus meiner Sicht die HOLM-Innovationsförderung einzigartig und besonders wertvoll.

Welchen Nutzen für Wirtschaft und/oder Wissenschaft / Politik / Gesellschaft sehen Sie für Ihr Projekt?

Mit der Durchführung der Workshops konnten wir den konkreten Bedarf nach industrieübergreifenden Plattformen für einen Datenaustausch gezielt herausarbeiten. Wichtige Erkenntnisse sind hierbei u. a. der identifizierte Nutzen aus einer Datenplattform, die keine Daten selbst speichert und sich, wie ein Telefonbuch, auf das Vermitteln zwischen Anbietern und Nachfragern von Daten konzentriert. Darüber hinaus verspricht die Verbindung von Unternehmensdaten und öffentlichen Daten (sog. Open Data) ein vielversprechendes Mittel zu sein, um das typische „Bootstrapping Problem“ bei der Etablierung einer Plattform teilweise zu überwinden. Open Data erhöhen die Attraktivität die Plattform zu nutzen.

Dies ist erforderlich, da zu Beginn das Angebot an Unternehmensdaten gering und somit der Anreiz zur Nutzung der Plattform schwach ist. Gerade auch die von uns untersuchte Blockchain-Technologie liefert hier vielversprechende Freiheitsgrade im Rahmen des sog. Tokenization bzw. Token-basierter Netzwerkeffekte. Hierbei erhalten Nutzer einer Plattform bereits mit der ersten Transaktion über Token einen wirtschaftlichen Anreiz. Die Diskussion zentraler vs. dezentraler Ansatz spiegelt die hochaktuelle Debatte wieder, die in der Wirtschaftsinformatik geführt wird. Hier können wir Potentiale und Herausforderungen, die in den Workshops erarbeitet wurden, aus der Praxis direkt in die Wissenschaft übertragen.

Der übergeordnete Nutzen für Politik und Gesellschaft spiegelt sich in der diskutierten Möglichkeit wieder, öffentliche Einrichtungen, welche auch im Projektteam waren, als Betreiber oder Ansprechpartner einer vermittelnden Datenplattform zu nutzen. Wir müssen Digitalisierung nicht den Internet-Konzernen aus dem Silicon Valley und China überlassen, es gibt erheblichen lokalen und regionalen Bedarf sowie grds. passende Konzepte, die es weiter auszuarbeiten gilt.

Was hat Sie am Projekt am meisten überrascht?

Die unterschiedlichen Vorstellungen zum Thema Austausch von Daten über Plattformen im öffentlichen und privaten Sektor, Wissenschaft und Praxis, sowie bei kleinen und großen Organisationen haben wir erwartet. Was uns überrascht hat, war die Offenheit und das eigene Verständnis für die unterschiedlichen Sichtweisen sowie die Bereitschaft, die unterschiedlichen Zielvorstellungen zu hinterfragen und der Wille gemeinsame Lösungen zu suchen.

Wo sehen Sie weiteren Forschungs-/Anwendungsbedarf und/oder Einsatzbereich?

Weiteren Forschungsbedarf sehen wir vor allem bei der Nutzung der Blockchain-Technologie für die Durchführung sowie die Abrechnung von Mikrodienstleistungen auf dezentralen Plattformen und Marktplätzen. Hier muss sich zunächst auf technischer Ebene ein Industriestandard durchsetzen, den man in eine Systemarchitektur integrieren kann. Weiter muss der relative Vorteil und die Akzeptanz von derartiger Technologie innerhalb von Unternehmen bzw. für bestimme Anwendungsfälle noch klarer erforscht werden.

Mit welchen Partnern möchten/wollen Sie das Projekt fortführen/weiter entwickeln?

Zwei Partner prüfen aktuell die Mitarbeit in einem Folgeprojekt. Alle anderen Partner haben ihr Interesse bekundet, die identifizierten funktionalen Eigenschaften zu einem umfassenden Projekt auszubauen. In diesem soll der Bau eines Prototypen sowie eine entsprechende Evaluierung erfolgen.

Pressekontakt:


Jürgen Schultheis

House of Logistics & Mobility (HOLM) GmbH
Geschäftsbereich Netzwerk & Kollaboration
Bessie-Coleman Straße 7
Gateway Gardens
60549 Frankfurt am Main

Tel.: + 49 69 / 240070-556

E-Mail: juergen.schultheis@frankfurt-holm.de

Web: www.frankfurt-holm.de