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Frankfurt am Main, den 13.06.2018

Neue Verfahren verändern die Logistik

HOLM-Kaminabend zum Thema "Additive Fertigungsverfahren"


Logistik-Prozesse können sich durch Additive Fertigung in Zukunft stark verändern – so ist zu erwarten, dass Produkte vor Ort gedruckt werden und nicht mehr Waren, sondern Daten versandt werden. Wollen Logistiker ihre Marktstellung behaupten, so werden sie entsprechende Prozesse und Dienstleistungen anbieten müssen. „Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit“ war der nachhallende Satz des HOLM-Kaminabends Mitte Juni unter der Überschrift „Additive Fertigung“. Es referierten und diskutierten Christoph Besenfelder, Forschungskoordinator Unternehmenslogistik bei Fraunhofer IML, Dr.-Ing. Jürgen Willmann, Geschäftsführer des Start-ups GT+W GmbH, und Detlef Protzmann, Head of Product Design bei Schenker Deutschland AG.

Christoph Besenfelder stellte in seinem Vortrag vor, welche Potenziale Additive Fertigung in der Supply Chain hat. Umgangssprachlich wird oft auch der Begriff 3D-Druck verwendet, was jedoch nur einen Teilbereich dieser Thematik umfasst. Insbesondere steht bei Fraunhofer im Fokus, unter welchen Vorteile Additive Fertigung im Vergleich zu herkömmlichen Produktionsverfahren hat und welche Branchen besonders geeignet sind.

Intensiv wurde das Thema Datensicherheit und Schutz des Know-how diskutiert. Zukünftig werden Plagiate schwerer von Originalen zu unterscheiden sein, da Konstruktionszeichnungen und -dateien die Basis bilden und Kopien per se leichter möglich sind. Geeignete Verschlüsselungen und hohe Hürden, um Missbräuche zu verhindern, werden daher ein kritischer Erfolgsfaktor sein.

Dr.-Ing. Willmann stellte in seinem Vortrag die Entwicklungen von GT+W im Bereich des Druckens von leitenden Oberflächen vor. Im Gegensatz zu den sonst eher geringen Stückzahlen wird hier mit Massenproduktionen geplant, bspw. für Smart-Tags auf Papier. Die Perspektive, Fensterscheiben gleichzeitig auf einer Seite mit Solarmodulen und auf der anderen Seite mit leuchtenden OLEDS zu bedrucken zeigt das faszinierende Potenzial der neuen Technik auf. Ziel des Start-ups ist die Entwicklung von Produktionsmaschinen für diese Anwendungen.

Detlef Protzmann verwies in seinem Vortrag darauf, dass Additive Fertigung auf absehbare Zeit zumeist nicht die Massenproduktion von Produkten ersetzen kann, wohl aber sehr spezifische und breite Anwendungsmöglichkeiten bietet. So können Formen und Strukturen in dreidimensionalen Objekten geschaffen werden, die mit konventionellen Fertigungsverfahren nicht möglich sind. Entgegen der landläufigen Meinung sind jedoch zumeist noch weitere Bearbeitungsschritte wie Oberflächenbehandlung und Bohrungen an den Produkten nötig.

Sehr große Vorteile bietet die Technik auch in der Herstellung von Prototypen oder Ersatzteilen mit geringen Stückzahlen. Da bei der Bahn Fahrzeuge oft über mehrere Jahrzehnte im Einsatz sind, wird die Ersatzteilbeschaffung mit der Zeit eine größere Herausforderung. Die Anfertigung von Werkzeugen bspw. für Gussteile ist teuer und hat einen Break Even erst bei hohen Stückzahlen. 3D-Druck kann hier für Einzelstücke und Kleinserien – auch wenn die variablen Kosten oft hoch erscheinen – bei der Betrachtung der Gesamtkosten signifikante Vorteile haben. Zudem sind Produktoptimierungen deutlich einfacher möglich.

Den Kaminabend moderierte Jürgen Schultheis.

Pressekontakt:


Jürgen Schultheis

House of Logistics & Mobility (HOLM) GmbH
Geschäftsbereich Netzwerk & Kollaboration
Bessie-Coleman Straße 7
Gateway Gardens
60549 Frankfurt am Main

Tel.: + 49 69 / 240070-556

E-Mail: juergen.schultheis@frankfurt-holm.de

Web: www.frankfurt-holm.de