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Frankfurt am Main , den 23.10.2017

Wie das Velo leistungsstärker und attraktiver werden kann

Fahrradsession auf dem 4. Deutschen Mobilitätskongress

 

Um die ambitionierten Klimaziele zu erreichen, muss der Radverkehr nachhaltig gestärkt werden. Doch wie kann dieser, bei steigenden Ansprüchen an individuelle Mobilität, aussehen? Referenten haben im  Verlauf der Fahrradsession beim 4. Deutschen Mobilitätskongress Anfang Oktober im House of Logistics and Mobility (HOLM) verschiedene Konzepte vorgestellt, wie das Velo in Zukunft nicht nur leistungsstärker, sondern auch attraktiver werden kann.

Als mittlerweile etablierter Bestandteil des Deutschen Mobilitätskongresses, wurde auch in diesem Jahr die Session Fahrradmobilität genutzt, um neueste Trends und Entwicklungen zum Themenbereich Fahrradmobilität zu präsentieren. In vier Impulsvorträgen sind wegweisende Infrastrukturentwicklungen, innovative Energieträger für Lastenräder sowie Maßnahmen zur Förderung der Fahrradmobilität vorgestellt worden. Zwischen den einzelnen Beiträgen der Referenten hatten die Teilnehmer der Session die Möglichkeit, Fragen an die Referenten zu stellen.

Als ersten Gastreferenten konnten die Gäste Björn Offermann vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) begrüßen. Das DLR forscht seit Jahren an alternativen Energiespeichersystemen. Nun könnte auch diese Spitzentechnologie ihren Einzug in den Radverkehr finden. Mit Hilfe einer extrem kompakten Brennstoffzelle (Fuel Cell Range Extender - FCREX), lässt sich die Leistungsfähigkeit sowie Reichweite von größeren Fahrrädern wie e-Lastenrädern wirtschaftlich sinnvoll steigern. Ein zusätzlicher Vorteil bringt die in Relation zu konventionellen Batteriesystemen schnelle Lademöglichkeit von wenigen Minuten. Darüber hinaus entsteht bei der Reaktion in der Zelle Abwärme, mit der zusätzlicher Fahrerkomfort in kalten Jahreszeiten realisiert werden könnte.

Das e-Fahrrad hat dank elektrischer Antriebsunterstützung einen größeren Aktionsradius. Deshalb wird auch eine leistungsfähigere Fahrradinfrastruktur benötigt, über die Stephan Ellerhorst von Sweco Germany GmbH informiert hat. Er gab einen kleinen Einblick auf visionäre Bauprojekte im In- und Ausland. Insbesondere im skandinavischen und niederländischen Raum kann Sweco auf jahrelange Erfahrungen im Bau hochwertiger und leistungsfähiger Radinfrastrukturen zurückblicken. Diese Art von Expertise erlaubt es Sweco, auch in den bundesweiten Projektvorhaben zum Ausbau der Radinfrastrukturen maßgeblich mitzuwirken. Solche Ausbaumaßnahmen sind seit Jahren eine Forderung aller Radverkehrsverbände und den mittlerweile weitverbreiteten Radverkehrsbeauftragten der Städte und Gemeinden.

Georgios Kontos vom Regionalverband FrankfurtRheinMain und Jürgen Schultheis von der HOLM GmbH konnten im darauf folgenden Beitrag auf die Vorteile einer geförderten und unterstützten Fahrradmobilität für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingehen. Das Bike + Business Programm von Regionalverband und ADFC  ist bereits seit Jahren ein etabliertes Format, um Unternehmen, Institutionen und Verwaltungen nicht nur in der Metropolregion FrankfurtRheinMain zu unterstützen und zu zertifizieren. Der aktuelle und modifizierte Ansatz mit dem Programm „Bike+Business 2030“ fußt auf der Idee, einen möglichst niedrigschwelligen Umstieg vom Auto auf das Fahrrad für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu ermöglichen. Dabei werden geführte Touren für Mitarbeiter vom Wohn- zum Arbeitsort angeboten. Die Strecke wird vom ADFC ausgearbeitet, Fahrräder und Pedelecs bei der ersten Tour kostenlos gestellt.

Die Premiere fand am 12. September statt. Mitarbeiter von Sanofi-Aventis fuhren frühmorgens in Begleitung von Birgit Simon, Erste Beigeordnete des Regionalverbandes, Kelkheims Bürgermeister Albrecht Kündiger und HOLM-Geschäftsführer Michael Kadow von Kelkheim zum Industriepark Höchst. Die Vorteile der Radnutzung konnten in diesem „Showcase“ sowohl für Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber auf-gezeigt werden.

Die Frage stellt sich jedoch, wie trotz arbeitnehmerfreundlicher Pendlerangebote, zunehmend leistungsstärkerer Fahrradkonzepte und hochwertigerer Radinfrastrukturen die Menschen veranlasst werden können, vom privat genutzten Auto auf das Fahrrad umzusteigen. Hierzu lässt sich in der Digitalisierung der Fahrradmobilität ein interessanter Lösungsansatz finden.

Alexander Lutz von Bike Citizens Germany GmbH konnte spielerisch aufzeigen, wie durch die Nutzung einer App die Menschen motiviert werden können, ihr Fahrrad zu nutzen. Das Unternehmen Bike Citizens mit Hauptsitz in Graz konnte sich bereits einen Namen mit fahrradfokussierter Routenpla-nung machen. Durch die anfallenden Bewegungsdaten lassen sich wertvolle Einblicke in die Radnutzung der Straßen und Radwege gewinnen. Als Ansporn kann die Idee der „Gamification“ betrachtet werden. Bike Citizens ist in der Lage, aufgrund der gefahrenen Kilometer ein Belohnungssystem zu implementieren, das auf unterschiedlichsten Zwecke angepasst werden kann. Möchte ein Arbeitgeber beispielsweise möglichst viele Mitarbeiter zum Umstieg auf das Rad motivieren, kann er einen firmenweiten Wettbewerb mit „erradelbaren“ Preisen ausrufen. Einen ähnlichen Ansatz können Gewerbetreibende in Innenstädten verfolgen, indem sie Rabatte an die Anfahrt per Velo knüpfen.

Durch die rege Beteiligung des Publikums und der anschließenden Diskussion zu den Kurzvorträgen, wurde deutlich, wie spannend das Fahrrad für die Mobilität von heute ist. Insbesondere in Kombination mit weiteren emissionsarmen Verkehrsträgern wie dem ÖPNV wird die Rolle des hochwertigen, leistungsstarken und attraktiven Radverkehrs der nahen Zukunft immer deutlicher.

Pressekontakt:


Jürgen Schultheis

House of Logistics & Mobility (HOLM) GmbH
Geschäftsbereich Netzwerk & Kollaboration
Bessie-Coleman Straße 7
Gateway Gardens
60549 Frankfurt am Main

Tel.: + 49 69 / 240070-556

E-Mail: juergen.schultheis@frankfurt-holm.de

Web: www.frankfurt-holm.de