Sie möchten diese Information von HOLM mit anderen teilen?

Sie möchten diese Information über einen Social Network- oder einen Bookmark-Dienst teilen:

Facebook Twitter AddThis
×

Besuchen Sie uns:



Förderpartner des HOLM


×
Frankfurt am Main / Torrance , den 05.11.2018

"Der Verbrennungsmotor ist tot"

Start-up Tag im HOLM: Interview mit Evelozcity-Vorstand und ex-OPEL Chef Karl-Thomas Neumann

 

Der Verbrennungsmotor ist tot. Wir werden in Zukunft alle elektrisch fahren.“ Mit diesem deutlichen Bekenntnis zur Elektromobilität hat Evelozcity-Vorstand und ex-Opel-Chef Karl- Thomas Neumann beim ersten bundesweiten Start-up Tag für Gründerinnen und Gründer in der Logistik- und Mobilitätsbranche im House of Logistics and Mobility (HOLM) in Frankfurt am Main die Zuhörerinnen und Zuhörer überrascht. Neumann sagte im Interview, dass die Entwicklung in der Autoindustrie disruptiv verlaufe und „die bestehende Industrie komplett zerlegen“ werde.

 

Unter der Überschrift „Logistik, Mobilität und Grüne Soße“ waren Gründerinnen und Gründer, Experten aus der Logistik- und Mobilitätsbranche und Investoren in Frankfurt am Main zum ersten bundesweiten Start-up Tag der Branche zusammengekommen. Rund 50 Aussteller informierten die 250 Gäste über ihre Produkte und Geschäftsideen, in Diskussionsrunden berichteten Start-ups über ihre Erfahrungen.

Vormittags hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in vier Workshops über die Themen „Personal und Wachstum“, „Innovationen“, „Start-ups versus Corporates“ und „Finanzierung und Förderung‘“ diskutiert.

Bei einem Start-up Pitch von PS Team GmbH, einem Unternehmen, das Autovermietern, Flotten, Leasinggesellschaften und Banken Mobilitätsdienstleistungen anbietet, siegten die MotionMiners. Das Start-up erhebt mithilfe von Sensoren und Machine-Learning-Algorithmen Daten zu Ergonomie, Produktivität und Effizienz, um Verbesserungspotenziale zu entdecken. Der Preis ist mit 1500 Euro dotiert.

Mit dem Start-up Tag geht das House of Logistics and Mobility den nächsten Schritt nach Eröffnung des Gründerzentrums im vergangenen Herbst, das vom Land Hessen mit 70.000 Euro im Jahr unterstützt wird.

Mathias Samson, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung, sagte zur Eröffnung des Start-up Tages, dass die Wirtschaft angesichts einer globalisierten, wettbewerbsintensiven Ökonomie und einer erheblichen Dynamik schneller werden müsse.

„Der große Tanker braucht das kleine dynamische Boot, um international wettbewerbsfähig zu bleiben“, sagte Samson über die Zusammenarbeit von etablierten Unternehmen und jungen Start-ups. „Der Start-up Tag soll dazu beitragen, dass solche Partnerschaften entstehen – ganz im Sinn der Gründungsidee des HOLM als Kompetenzplattform für die Zusammenarbeit von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik.“  

Lokal verankert und international orientiert – mit dieser Formel erläuterte HOLM-Geschäftsführer Michael Kadow das Grundkonzept des Start-up Tages. Mit Lewis Horne, dem Gründer und CEO von Uniti (Schweden), und Karl Thomas Neumann, Vorstand von Evelozcity (USA), berichteten die Spitzen zweier hoch interessanter internationaler Start-ups über ihre jungen Unternehmen. Auf der anderen Seite repräsentiere die Grüne Soße und ihre Königin Susanne I. die regionale Komponente und das regionale Erfolgsrezept eines traditionellen Gerichts, das sich immer wieder neue erfinde und deshalb äußerst innovativ sei.

Kadow kündigte für den 30. Oktober 2019 den nächsten Start-up Tag im House of Logistics and Mobility an. „Nutzen Sie als Gründerinnen und Gründer in der Logistik- und Mobilitätsbranche die Chance, sich und ihre Produkte auf unserer Plattform bekannt zu machen und potenzielle Investoren zu treffen.“

Für das Elektroauto Uniti One liegen inzwischen Vorbestellungen im Wert von rund 80 Millionen Euro vor, sagte CEO Lewis Horne im Interview während des Start-up Tages im HOLM. Ende nächsten Jahres geht das E-Auto in einer digitalen, vollautomatisierten Fabrik in Großbritannien in die Serienproduktion. Evelozcity plant den Markteintritt laut Neumann für 2021 und wird das E-Auto zunächst in Los Angeles und später in anderen Städten weltweit anbieten. Evelozcity wird das E-Mobil nicht in eigener Regie bauen, sondern ein Unternehmen mit dem Bau beauftragen wie etwa Foxconn für Apple produziert. 

Im Skype-Interview sagte Evelozcity-Vorstand Neumann, dass der Durchbruch der Elektromobilität

für ihn „gar keine Frage mehr ist“. Neumann äußerte seine Sorge über die Zukunft der deutschen Automobilindustrie angesichts der Entwicklungen etwa in China. Die Spitzen der deutschen Automobilindustrie könnten nicht offen sagen, dass die Zukunft elektrisch sei.  „Ich konnte das in dieser Klarheit auch nicht sagen. Sie [die Vorstandschefs der Automobilhersteller] haben Verantwortung für hunderttausende Arbeitsplätze und für Milliarden Investitionen in bestehenden
Fabriken. Es ist eben sehr, sehr schwer, den ganzen Tag sehr effizient zu sein und sein altes Geschäft mit vollem Ehrgeiz weiter zu betreiben und sich abends um fünf Uhr zum Start-up-Unternehmer zu machen und sich selbst zu disruptieren.“

Das könne nur gelingen, sagte Neumann, „wenn man tatsächlich sagt, das alte Geschäft versuche ich so lange wie möglich weiter zu betreiben. Aber das ist die eine Gruppe, und ich schaffe ein neue Gruppe mit neuen Marken, die ich in einen Start-Up Kontext setze, wo ich meine Ressourcen einsetze, um denen zu helfen, dass die letztlich mein bisheriges Geschäft kaputtmachen und ich denen das auch erlaube. Das sehe ich aber an keiner Stelle. In Wirklichkeit ist das alles disruptiv und wird letztlich die bestehende Industrie komplett zerlegen.“

Neumann arbeitet seit Anfang des Jahres beim kalifornischen Start-up Evelozcity.  Der ehemalige Opel-Chef äußerte damals Zweifel, ob traditionelle Autohersteller den Wandel wirklich vorantreiben. Im Interview beim Start-up Tag im HOLM sagte Neumann, er habe sich die Frage gestellt, „wo kann ich das, von dem ich glaube, was erreicht werden muss, wo kann ich das am besten erreichen. Ich bin zum Schluss gekommen, dass das in der traditionellen Autoindustrie, in der ich war, nicht so gut gelingen wird.“ Deshalb sei er in ein Start-up eingetreten. Evelozcity ist laut Neumann ein Jahr alt und beschäftigt inzwischen rund 250 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

 

Pressekontakt:


Jürgen Schultheis

House of Logistics & Mobility (HOLM) GmbH
Geschäftsbereich Netzwerk & Kollaboration
Bessie-Coleman Straße 7
Gateway Gardens
60549 Frankfurt am Main

Tel.: + 49 69 / 240070-556

E-Mail: juergen.schultheis@frankfurt-holm.de

Web: www.frankfurt-holm.de

Downloads:

Download Icon
Pressemitteilung Start-up Tag im HOLM
(PDF, 217 KB)
DOWNLOAD