Sie möchten diese Information von HOLM mit anderen teilen?

Sie möchten diese Information über einen Social Network- oder einen Bookmark-Dienst teilen:

Facebook Twitter AddThis
×

Besuchen Sie uns:



Förderpartner des HOLM


×

HOLM - Baustellenkamera

×
Frankfurt am Main , den 13.11.2017

Ein Signal für die Verkehrswende

Andreas Grzesiek gewinnt Gestaltungswettbewerb der HfG für Fahrradbrücke am Flughafen

 

Andreas Grzesiek hat mit seinem Entwurf „Greenline“ den Wettbewerb „Brückenschläge und Überflieger“ der Hochschule für Gestaltung (HfG) in Offenbach gewonnen. Der Wettbewerb ist auf Initiative des Regionalverbandes FrankfurtRheinMain ausgelobt und in der Zentrale von Fraport ausgetragen worden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten die Aufgabe, ein Konzept für eine Brücke über die Kreuzung Kapitän-Lehmann-Straße/Hugo-Eckener-Ring am Frankfurter Flughafen zu entwickeln. Die Studierenden sollten  sich neben den konstruktiv-technischen Aspekten auch mit der Gestaltung auseinandersetzen. Die zehn Entwürfe zeigen, dass Verkehrsinfrastruktur nicht nur funktional sein muss, sondern auch einem ästhetischen Anspruch folgen kann.

Anerkennungen für ihre Arbeiten erhielten Ken Rodenwaldt und Tim Jäger für ihren Entwurf „Conexus",  Kasimir Göller für seinen Entwurf „Triple“ und David Maurer für sein Projekt mit dem Titel „Wing“.

Mit dem Wettbewerb sollte der Rad- und Fußverkehr zwischen Flugzeugterminals, Autobahnen und Schienensträngen im öffentlichen Raum sichtbar werden und seine Bedeutung hervorgehoben werden. Eine Fahrradbrücke direkt gegenüber dem Terminal 2 und parallel zur A3 hat nach Angaben der HfG einen symbolischen Charakter und stellt einen Appell für die Verkehrswende und die Änderung unseres alltäglichen Mobilitätverhaltens dar.  

Bisher stellen die fehlenden Überquerungsmöglichkeiten an dieser Kreuzung und die mangelnde Anbindung an das Gebiet Gateway Gardens nicht nur an dieser Stelle eine massive Barriere für die Nutzung des Fahrrads dar. Derzeit müssen Radfahrer und zu Fuß gehende Personen an acht Ampeln und Querungen anhalten, um auf die gegenüberliegende Straßenseite zu gelangen. Eine Brücke kann diese Situation deutlich verbessern.

Die Brücke soll dabei auch ein öffentliches Statement für den Radverkehr am Flughafen setzen und allen Verkehrsteilnehmenden die Botschaft vermitteln, dass alltägliches Radfahren  auch am Flughafen einfach und komfortabel möglich ist. 

Die Aufgabenstellung war relativ offen gehalten: die Studierenden sollten selbst überlegen, welche Anforderungen eine moderne Fahrradinfrastruktur an einem Ort wie dem Flughafen Frankfurt haben kann. Wie kann der Fuß- und Radverkehr sicher und komfortabel geleitet werden?  Ist ein Witterungsschutz notwendig? Benötigt es einen Schallschutz? Werden die Vorgaben der Regelwerke eingehalten? Und wenn ja, wie können diese Anforderungen an der betreffenden Stelle umgesetzt werden?

Allein auf dem Pilotareal „Gateway Gardens“ werden bis zum Jahr 2020 circa 18.000 Menschen beschäftigt sein, auf dem gesamten Flughafengelände sogar bis zu 90.000. Da sich der Flughafen durch Erweiterungen und Neuordnungen im ständigen Wandel befindet, soll das Fahrrad durch übertragbare, flexible und integrative Maßnahmen als wichtiger Verkehrsträger in dem bereits vorhandenen multi- und intermodalen Verbund etabliert werden. Obwohl viele der Beschäftigten am Flughafen in einer radfreundlichen Distanz zu ihrem Arbeitsplatz wohnen, ist wegen der fehlenden Radverkehrsinfrastruktur und fehlenden Angeboten der Anteil der Radfahrenden sehr gering.

Auch 200 Jahre nach seiner Erfindung ist das Fahrrad noch lange nicht in seiner Entwicklung abgeschlossen. Durch die Elektrifizierung und immer bessere Akkus wird es möglich, auch längere Strecken ohne starke Anstrengung zurückzulegen. Das Pedelec baut damit weitere Hürden der Fahrradnutzung ab und erweitert den Einzugsradius von Gebieten erheblich. So verlängert sich die fahrradfreundliche Distanz durch das Pedelec auf Strecken von zehn bis fünfzehn Kilometer oder mehr. Ausgehend von diesem neuen Einzugsradius könnten nach Hochrechnungen zirka zehn bis zwölf Prozent der Flughafenbeschäftigten mit dem Rad zur Arbeit kommen. Aber auch kurze Binnenverkehre innerhalb der Airport City oder zu umliegenden Gewerbegebieten könnten mit dem Fahrrad zurückgelegt werden.

Um dieses große Potential zu aktivieren, müssen jedoch die Rahmenbedingungen stimmen: Das Fahrrad muss als gleichberechtigtes, alltägliches Verkehrsmittel in die konzeptionellen wie baulichen Planungen des Flughafens eingebunden werden.

Als gleichgestelltes Element in der intermodalen Verkehrsgestaltung kann das Fahrrad dazu beitragen, die Leistungsfähigkeit des Gesamtverkehrs an großen Gewerbestandorten zu erhöhen. Dabei wird zusätzlich ein individueller und gesamtgesellschaftlicher Nutzen geschaffen. Das Förderprojekt zielt daher mit seinem systemischen Ansatz auf die Bereiche fahrradfreundliche Infrastruktur, Kommunikation sowie Service- und Dienstleistungen ab. Wobei hier sowohl der Flughafen als Gewerbestandort, der Arbeitsplatz selbst, als auch die Wege zum und vom Arbeitsort berücksichtigt werden

Der Jury gehörten Ernst Kleinwächter, Fachbereichsleiter Mobilität, Regionalverband FrankfurtRheinMain, Mona Winkelmann, Mobilitäts- und Verkehrsplanung Stadt Frankfurt, Thomas Friede, Radfahrbüro der Stadt Frankfurt, Norbert Sanden, Geschäftsführer ADFC Hessen, Peter Buchholz, Grundstücksgesellschaft Gateway Gardens GmbH, Harald Schmitt, Leitung Zentrales Infrastrukturmanagement der Fraport AG, Bernd Dippel, stellvertretender Landesvorsitzender des ADFC Hessen, Franz Wirth von der TU Braunschweig,  André Stocker von Andre Stocker Design, Michael Schumacher von Architekturbüro Schneider und Schumacher und Prof. Dr. Kai Vöckler, Professor für Kreativität im urbanen Kontext und Sprecher des LOEWE Schwerpunkts Infrastruktur Design Gesellschaft der Hochschule für Gestaltung (HfG) in Offenbach an.

Pressekontakt:


Jürgen Schultheis

House of Logistics & Mobility (HOLM) GmbH
Geschäftsbereich Netzwerk & Kollaboration
Bessie-Coleman Straße 7
Gateway Gardens
60549 Frankfurt am Main

Tel.: + 49 69 / 240070-556

E-Mail: juergen.schultheis@frankfurt-holm.de

Web: www.frankfurt-holm.de